Eigenproduktionen in der Studienstufe: Konkrete Beispiele - aus der Praxis, für die Praxis! (Lehrgang WP8h) | Präsenz
Veranstaltungs-Nr.: 2617T6201
Inhalt/Beschreibung
Im Bildungsplan der Studienstufe gehören die sog. "Eigenproduktionen" neben den Adaptionen von Textvorlagen zu den verbindlichen Projektformen. Wie aber entstehen aus eher unbestimmten Ideen und Interessen der SuS bühnenreife Theaterprojekte? Wie unterstützt die Lehrkraft theatrale Umsetzungen, wie werden also eigene Spielideen und Texte mit Textvorlagen / Sachtexten und medialen Fundstücken kombiniert und am Ende zusammengesetzt? Wie lässt die Lehrkraft die SuS an dramaturgischen Prozessen teilhaben und gibt auch andere Kernaufgaben der Stückentwicklung an diese ab? Die Arbeitsweise im Workshop ist durchgehend praxisorientiert: Im eigenen praktischen Ausprobieren werden Aufgabenstellungen, die von den SuS in exemplarischen Projekten umgesetzt wurden, durch die TN nachvollzogen. Zusätzlich werden kurze Ausschnitte aus Videoaufnahmen gezeigt, um den Entstehungsprozess besser nachvollziehen zu können. Beispiel 1: WER DIE WAHL HAT In Zeiten eines aufkeimenden Rechtsrucks hat sich eine Profilklasse Jg.12 einer Stadtteilschule auf den Weg gemacht, die Entstehung von Nationalsotionlismus zu verstehen. (Bundestags-) Wahlen in Deutschland, aber zum Beispiel auch in den USA, haben viel Stoff für eine Wahlrevue geboten, in der das Publikum entscheidet, ob die Faschisten oder Demokraten einen Ministerposten besetzen dürfen - ohne zu wissen, welches Lager eigentlich welcher Gesinnung zuzuordnen ist. Impulsgeber für diese Produktion war das Spiel "Secret Hitler", das ähnlich wie das alt bekannte Spiel "Werwolf" funktioniert und alle Spielenden auffordert, geschickt zu kommunizieren, um zu übeleben. Verständlich, dass ein unkalkulierbares Wahlverhalten eines Publikums bewirkt, dass es nicht nur einen Ausgang der Geschichte geben kann. Beispiel 2: VERDRÄNGEN Wenige Themenwünsche von Schüler*innen für eine Eigenproduktion erschienen mir (Sven Asmus) jemals spontan so spannend und relevant wie das Thema VERDRÄNGEN, dass sich mein Oberstufenprofilkurs Theater im Herbst 2020 gewünscht hat. Inhaltlich spannt es den Bogen von lokalen Gerechtigkeitsthemen (meine eher privilegierte Schülerschaft fragte sich, wie sie damit umgehen, wenn sie Armut in Hamburg jeden Tag wahrnehmen) über globale Gerechtigkeitsthemen (Herkunft unserer Kleidung) bis hin zu Zukunftsfragen im Kontext des Klimawandels. Aber auch persönliche Aspekte sowie die Schutzfunktion des VERDRÄNGENS waren für die Schüler*innen von großem Interesse. Inhaltlich wurde hierzu mit dem PGW-Profil und dem Philosophiegrundkurs kooperiert. Der Schwerpunkt des Workshops soll aber nicht auf den inhaltlichen Aspekten, sondern auf den Umsetzungsformaten und künstlerische Strategien, sowie den theatertheoretischen Kontexten liegen. Bedingt durch den mehrfachen Lockdown wurden im Projekt digital gestützte Phasen der kunstnahen Eigentätigkeit zu Hause (Kreatives Schreiben, filmische Zugänge, Erstellen von Soundcollagen) mit in der Schule erarbeiteten Theaterformen des dokumentarischen und postdramatischen Theaters kombiniert.
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| Schwerpunkte/Rubrik: | Sonstige |
Weitere Hinweise
| Zusatzinformationen: | In dieser Veranstaltung werden die folgenden digitalen Tools vorgestellt: |
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