„Wir müssen reden!“ - Psychische Gesundheit / Krankheit als Unterrichtsthema I Präsenz
Veranstaltungs-Nr.: 2632G1901
Inhalt/Beschreibung
Eine trialogische Fortbildung des Vereins Irre menschlich.
Sich unsicher zu fühlen, sich nichts zuzutrauen, Zukunftsangst zu haben oder plötzlich von Traurigkeit überfallen zu werden sind Gefühlszustände, welche die meisten Jugendlichen durchleben. Die Wirklichkeit verändert wahrzunehmen, ist Teil von Pubertät. Extreme Stimmungsschwankungen gehören zum Erwachsenwerden dazu. Das ohne Angst zuzulassen, kann Erkrankung vorbeugen. Wann beginnt die Krankheitsdynamik? Der Übergang ist fließend.
Die aktuelle COPSY-Studie zur psychischen Belastung junger Menschen zeigt darüber hinaus, dass diese ihre Belastung in engem Zusammenhang mit den real zunehmenden Krisen sehen – mit der Angst um unsere Welt, vor Kriegen, gesellschaftlicher Spaltung. Auch dafür Worte zu finden und der Vereinzelung entgegenzuwirken, ist Prävention.
In der Fortbildung erhalten Sie einen Überblick über psychische Störungen bei Jugendlichen und Gründe für die Thematisierung im Unterricht. Sie lernen die trialogische Arbeit von Irre menschlich kennen und welche Möglichkeiten es gibt, sie in den Unterricht zu integrieren:
Die Fortbildung sowie die Workshops an Schulen finden „trialogisch“ statt: professionell Tätige der Psychiatrie stellen sich Ihren Fragen bzw. später denen der Schüler:innen, junge psychiatrie-erfahrene Menschen und Angehörige erzählen aus ihrer Lebensgeschichte.
Diese Begegnungsworkshops passen in den normalen Unterricht (3 Doppelstunden) genauso wie in Projekttage und Projektwochen. Sie sollen Sensibilität und Toleranz fördern – sich selbst und an deren gegenüber. Sie können präventive Wirkung entfalten, die Klassenatmosphäre verbessern und das Mobbing-Risiko mindern – so die Rückmeldung von Lehrer:innen. Für Schüler:innen, die durch eigene oder familiäre Krisen direkte oder indirekte Erfahrung mit Psychiatrie hatten, können sie entlastend wirken. - Bei Bedarf kann mit den sog. „Zu-sich-stehen-Gruppen“ ein Zusatzangebot vermittelt werden. An Berufsschulen kann das Thema „Arbeit und Psyche“ intensiver fokussiert werden.
Die Fortbildung richtet sich an Fach-, Klassen- und Beratungslehrer:innen sowie an pädagogisch-therapeutische Fachkräfte mit Anregungen zur Unterrichtsgestaltung und im Umgang mit besonderen psychischen Belastungen von Schüler:innen.
Der Verein Irre menschlich (in Kooperation mit dem UKE) möchte Vorurteilen entgegenwirken und ein menschliches Bild psychischer Erkrankungen fördern – durch Informationen „aus erster Hand“ und unmittelbare Begegnung.
Ablauf: • „Wird die Menschheit kränker oder die Krankheit menschlicher? - Überblick über psychische Störungen und Gründe für die Behandlung im Unterricht, Prof. Dr. Thomas Bock • Vorstellung von "Irre menschlich Hamburg e.V." - Erfahrungen aus den Unterrichts-projekten und aus den „Zu-sich-stehen“-Gruppen, Robert Dorner, Simon Schultheiss Pause / informeller Austausch • Bedeutung von „Arbeit und Psyche“: Wann macht Arbeit gesund, wann Stress krank? • Info zur COPSY Studie: „Warum Krisen der Welt Jugendliche psychisch belasten“ • Trialogischer Diskurs zu Themen wie „Stimmenhören“, „Depression", „Sucht + Psychose"
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| Schwerpunkte/Rubrik: | Prävention, Intervention, Beratung |
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