NSU, rechte Gewalt und die Gefährdung der Demokratie - wie erinnern, wie handeln? | Präsenz
Veranstaltungs-Nr.: 2614M2201
Inhalt/Beschreibung
Eine rassismuskritische Fortbildung, die… • Hintergrundwissen zum NSU und institutionellem Versagen vermittelt • Kontinuitäten rechter Gewalt aufzeigt • Ansätze für erinnerungskulturelle und demokratiestärkende Bildungsarbeit bietet • die Perspektive der Betroffenen einbezieht • und zur Entwicklung eigener Projekte befähigt. Der Workshop lädt Lehrkräfte und Bildungsakteur*innen dazu ein, sich intensiv mit der Geschichte und den Folgen des sogenannten NSU-Komplexes auseinanderzusetzen und dabei eigene Handlungsspielräume in Schule und Bildungsarbeit zu entdecken.
Süleyman Taşköprü wurde am 27. Juni 2001 in seinem Lebensmitteladen in der Schützenstraße in Altona von den Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ermordet. Er war eines von zehn Todesopfern einer brutalen Mordserie, die zwischen 2000 und 2007 in acht deutschen Städten von den Rechtsextremisten verübt wurde. Die Opfer waren neun Männer türkischer und griechischer Abstammung, die in Deutschland lebten und arbeiteten, sowie eine Polizistin. Weitere Menschen wurden bei zwei Sprengstoffanschlägen des NSU zum Teil schwer verletzt. Anhand von Biografien, künstlerischen Formaten und praktischen Übungen wird Erinnerungsarbeit als demokratische Praxis erfahrbar – kritisch, empathisch und handlungsorientiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, was der NSU mit unserer Demokratie zu tun hat. Wie konnte eine rechtsextreme Terrorgruppe über Jahre hinweg morden, während die Ermittlungen rassistische Stereotype reproduzierten? Welche Rolle spielten Medien, Behörden und Politik? Und was können wir daraus für den Umgang mit rechter Gewalt heute lernen? Der Workshop vermittelt, dass bewusste Erinnerung mehr ist als ein „Gedenktermin“: Sie ist ein aktiver Beitrag zur Demokratiebildung. Wer erinnert, übernimmt Verantwortung – für Aufklärung, für Solidarität mit den Betroffenen und für eine demokratische Kultur des Hinsehens und Handelns. Der Workshop beeinhaltet ein Gespräch mit Okan Taşköprü, dem Neffen von Süleyman Taşköprü, der aus Sicht der Familie über die Erinnerung und die Forderungen der Familie spricht und für Fragen zur Verfügung steht.
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| Schwerpunkte/Rubrik: | Prävention, Intervention, Beratung |
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